Ethikkomitee

Der medizinische Fortschritt führt zu immer besseren Therapiemöglichkeiten. Aber sollen und dürfen wir am Ende eines Lebens immer alles tun, was möglich ist? Weil es manchmal kein klares "richtig" oder "falsch" gibt, beschäftigt sich ein Ethikkomitee mit ethischen Fragen im Klinikalltag - und zwar anhand von Fallbeispielen. Aus der Diskussion werden Leitlinien entwickelt, außerdem bietet das Team konkrete und kurzfristige Hilfe für Mitarbeiter und Angehörige an, die in Konfliktsituationen geraten. Das geschieht oft dann, wenn Patienten nicht mehr selbst über ihre Behandlung entscheiden können.

Wenn Angehörige Angst haben, Fehlentscheidungen zu treffen oder unsicher sind, was das Beste für den Patienten ist, sind sie mit ihren Sorgen und Nöten bei den Mitglieder des Ethikkomitees gut aufgehoben. Bei allen Überlegungen liegt der Fokus immer in der Perspektive des Patienten: Was ist das für ein Mensch? Wie würde er selbst handeln und entscheiden?

Das Gremium bewertet den individuellen Fall auf Basis ethischer Kriterien, etwa der Vermeidung von Leid. In einer katholischen Einrichtung spielt dabei das christliche Menschenbild eine Rolle. Das betrifft zum Beispiel den Umgang mit dem Tod: Sind zum Beispiel Reanimationen ab einem gewissen Punkt noch sinnvoll oder entscheide ich mich, jemanden würdevoll und in Ruhe sterben zu lassen? Am Ende der Bewertung geben die Mitglieder ein Votum ab, das nicht bindend ist, sondern eine Empfehlung darstellt. 

Dr. med. Liane Sickmann

1. Vorsitzende des Ethikkomitees

Friedhilde Lichtenborg

2. Vorsitzende Krankenhausseelsorgerin
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