Wenn die Luft knapp wird: Herz und Lunge im Blick

Macht sie das auch wieder sprachlos oder bleibt Ihnen gar die Luft weg? Dann könnte das entweder dem Weltgeschehen geschuldet sein oder aber einen konkreten medizinischen Hintergrund haben. In diesem Fall führt der Weg möglicherweise direkt in die Klinik für Kardiologie des St. Josef Hospitals der KHWE nach Bad Driburg, um der Ursache für das Symptom Luftnot auf den Grund zu gehen.

27.02.2026

Unter Luftnot versteht man eine subjektiv empfundene Atemnot, die mit erschwerter Atmung bzw. gesteigerter Atemarbeit einhergeht. Häufig führt sie zu Funktionsverlust und reduzierter körperlicher Aktivität. Rund 25 Prozent ambulant behandelter Patienten stellen sich mit Atembeschwerden vor, wobei eine chronische Bronchitis und Atemwegsinfekte bis hin zur Lungenentzündung zu den häufigen Ursachen zählen. Besonders in der kalten Jahreszeit stehen Erkrankungen der Atemwege somit scheinbar im Vordergrund.

Ist beispielsweise eine COPD (chronisch-obstruktive Bronchitis) bekannt, wird in etwa einem Drittel der Fälle eine gleichzeitig bestehende Herzschwäche nicht oder zu spät erkannt. Daher sollten ein Herzinfarkt, die Lungenembolie und Herzrhythmusstörungen wie das Vorhofflimmern sowie Herzklappen- oder Herzmuskelerkrankungen rasch kardiologisch abgeklärt werden.

Neben Blutuntersuchungen und dem EKG kommt die Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie) als schnell verfügbare und gut reproduzierbare Methode zum Einsatz. Bereits auf den ersten Blick lassen sich dabei eine Herzvergrößerung, Klappenfehlfunktionen und Bewegungsstörungen des Herzmuskels erkennen. Bei Bedarf ist zudem die Beurteilung der Herzkranzgefäße mittels Herzkatheter möglich – bei uns über die Armarterie.

Zu den mehrheitlichen Ursachen chronischer Luftnot zählen neben Asthma bronchiale und COPD auch Lungengerüsterkrankungen sowie die Herzinsuffizienz. Trainingsmangel, überwiegend sitzende Tätigkeit und Übergewicht (Adipositas) vervollständigen dieses Ursachenspektrum.

Nach zeitlicher Einordnung der Beschwerden (akut oder chronisch) bieten wir in Bad Driburg neben der Lungenfunktionsanalyse seit vielen Jahren auch die Spiroergometrie an. Mit diesem Verfahren wird die Leistungsfähigkeit unter körperlicher Belastung durch Messung des Gasstoffwechsels bestimmt. Es ist insbesondere in unklaren Fällen von Luftnot - aber auch im Rahmen einer Leistungsdiagnostik - hilfreich. Ergänzend stehen Röntgen- und CT-Untersuchungen sowie das Herz-MRT zur Verfügung.

Nicht vergessen werden darf der Bluthochdruck, welcher insbesondere bei hohen Werten häufig zu Luftnot führt. Weltweit ist jeder dritte Erwachsene betroffen. Zwischen der Höhe des Blutdrucks und dem Risiko für Schlaganfälle, Herzschwäche und chronische Nierenerkrankungen besteht ein direkter, linearer Zusammenhang. Insgesamt wird die Hochdruckkrankheit unterschätzt: Jeder zweite Patient nimmt zu wenige oder gar keine Medikamente ein. Dabei lässt sich die Prognose durch eine frühzeitige und konsequente Therapie deutlich verbessern; Zielwerte von etwa 130-140/80-90 mmHg sind gut erreichbar.

Moderater Salzkonsum (maximal 5 - 6 g pro Tag), der Abbau von Übergewicht mit Bevorzugung der mediterranen Küche (Gemüse, Salat, Obst, Vollkornprodukte, weniger Fleisch, mehr Fisch sowie Oliven- und Rapsöl) sowie regelmäßige Ausdauerbelastung an mindestens drei Tagen pro Woche für jeweils mindestens 30 Minuten senken das individuelle Risiko. Nach aktuellen Erkenntnissen reichen 7.000 Schritte pro Tag aus, um Demenz, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenzuwirken. Wer Gewicht reduzieren möchte, sollte eher 10.000 bis 13.000 Schritte anpeilen und den Fahrstuhl meiden.

Im Ausdauerbereich darf ich Ihnen gelenkschonendes, zügiges Gehen ans Herz legen – modern auch als Nordic Walking bezeichnet. Zusätzlich hat sich Kraftausdauertraining bewährt, um Muskelkraft und Beweglichkeit zu verbessern.

Ich beschließe meine heutige Sprechstunde mit einem Zitat von Sebastian Kneipp, der dank regelmäßigen Badens in der (eiskalten) Donau eine Lungenerkrankung, vermutlich Tuberkulose, überwunden hat und zum Begründer der Hydrotherapie wurde: „Wem seine Gesundheit lieb und teuer ist, biete das Mögliche auf, in reiner Luft seine Zeit zu verbringen.“ So sei es!

Mit guten Wünschen für Ihre Gesundheit grüßt Sie herzlich,  

Ihr Dr. Detlef Michael Ringbeck
Chefarzt Klinik für Kardiologie, Intensivmedizin und Allgemeine Innere Medizin am St. Josef Hospital
in Bad Driburg

 

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