Prostatazentrum
- fächerübergreifende Kompetenz
Gebündelte Expertise für Ihre Behandlung
Die Diagnose Prostatakrebs ist für die Betroffenen mit vielen Ängsten und Fragen verbunden. Die Notwendigkeit, dass verschiedene Fachärzte in die Therapie einbezogen werden müssen, kann die Situation zusätzlich belasten. Um Diagnose- und Behandlungsschritte zu bündeln und den Patienten eine umfassende Betreuung aus einer Hand zu ermöglichen, haben sich Experten aus den Bereichen Urologie, Strahlentherapie, Radiologie, Pathologie und Onkologie zu einem Prostatazentrum zusammengeschlossen.
Hohe Expertise und kurze Wege sorgen für eine bestmögliche Versorgungsqualität. Gemeinsam mit ihrem Hausarzt und niedergelassenen Fachärzten sorgt unser Team für eine interdisziplinäre Betreuung und das in allen Phasen ihrer Erkrankung.
Das Team, bestehend aus Ärzten, Sozialarbeitern und Psychologen trifft sich wöchentlich zu einer Tumorkonferenz. In dieser Besprechung legen wir gemeinsam die Pläne für die bestmögliche Behandlung unserer Tumorpatienten fest. Wir sind dabei das einzige Krankenhaus im weiteren Umfeld, in dem all diese Fachdisziplinen unter einem Dach vertreten sind.
Einmal jährlich findet zudem unsere Morbidity & Mortality (M+M) Konferenz statt. In diesem interdisziplinären Treffen werden Behandlungsverläufe, Komplikationen und Verbesserungspotenziale aller Fälle besprochen. Ziel ist es, aus Erfahrungen zu lernen, die Behandlungsqualität kontinuierlich zu optimieren und die Patientensicherheit zu erhöhen.
Unser Prostatazentrum nimmt darüber hinaus an der PCO-Studie teil. Dabei handelt es sich um eine internationale Studie, die untersucht, wie es Patienten mit Prostatakrebs vor und nach der Behandlung geht. Im Mittelpunkt stehen Fragen zur Lebensqualität und dem allgemeinen Wohlbefinden. Diese Rückmeldungen helfen, Behandlungen besser zu vergleichen und die Versorgung von Patienten weiter zu verbessern.
Was bedeutet das für Sie?
- Sie können im Rahmen Ihrer Behandlung freiwillig an der Studie teilnehmen.
- Alle Teilnahmebedingungen, Ziele und Abläufe werden im persönlichen Gespräch durch das behandelnde Ärzteteam erklärt.
Zentrumsleiter
Dr. med. Saša Pokupić
ist spezialisiert auf urologisch-robotische Operationen. Bereits 2011 operierte er in Gronau mit Unterstützung der Robotik. Anschließend etablierte Dr. Pokupić in Kliniken in Hannover und Hamburg die urologische Robotik. 2013 führte er als erster Operateur bundesweit die so genannte „intrakorpolare robotische Blasenentfernung“ ein. Seitdem ist er als Dozent und Ausbilder für robotische Eingriffe europaweit unterwegs. Zuletzt war er als Sektionsleiter der Robotik am Klinikum Lippe tätig.
Qualifikationen
- Facharzt für Urologie
Unsere Beratungsangebote
Die onkologische Fachpflegekraft begleitet den Patienten auf seinem Weg durch die Therapie. In dieser Zeit steht Sie Ihnen und Ihren Angehörigen für jegliche Fragen und Beratungen zur Verfügung.
Bei Fragen zur Therapie, dem Nebenwirkungsmanagement oder der Zeit nach der Behandlung im häuslichen Umfeld steht Ihnen unsere onkologische Fachpflegekraft mit geschultem Wissen und Erfahrungen zur Seite. Sie berät individuell, hilft bei der Orientierung und versucht Ihnen die Angst vor dem Unbekannten zu nehmen. Besonderer Fokus liegt dabei auf Themen wie Kontinenz, Sexualität, Hormontherapie und Lebensqualität.
Für ein ganzheitliches Konzept arbeitet diese Fachdisziplin eng mit der Ernährungsberatung, der Psychoonkologie sowie den Ärzten der Onkologie und Chirurgie zusammengearbeitet.
Aufgabenfelder der onkologischen Fachpflegekraft
- Beratung des Patienten sowie der Angehörigen im therapeutischen und pflegerischem Sinne
- Beratung über Therapieformen in Form von Zytostatika, Bestrahlung, Antikörpertherapie
- Beratung im Bereich des Nebenwirkungsmanagements der Tumortherapie
- Bindungsglied zwischen anderen Abteilungen wie Sozialdienst, Ernährungsberatung, Psychoonkologen, etc.
- Begleitung durch die Therapie
- Beratung für die Zeit nach der Therapie im häuslichen Umfeld
Eigener Psychoonkologe für unsere Patienten
Neben der medizinischen Behandlung ist die seelische Begleitung ein wesentlicher Bestandteil bei der Versorgung von Prostatakerbs. Unser Psychoonkologe Klaus Rafflenbeul bietet den Betroffenen (und Ihren Angehörigen) Begleitung und Unterstützung, um sich den verständlichen Sorgen und Ängsten zu stellen. Den Patienten hilft es, mit jemandem über ihre Krankheit und alles, was damit verbunden ist, zu sprechen.
- Wie soll ich nur damit klarkommen?
- Wie kann ich djetzt weiterleben?
- Wie wird es weitergehen?
In geschützen Gesprächen können Sie offen über Sorgen, Ängste, Belastungen und Veränderungen sprechen. Die Psychoonkologie unterstützt Sie dabei,
- die Krankheit und die Behandlung zu verarbeiten,
- mit den heftigen Gefühlen und belastenden Gedanken umzugehen,
- neue und vorhandene Kraftquellen zu entdecken und freizulegen,
- Ruhe, Entspannung und vielleicht sogar Glück zu erfahren.
Neben der medizinischen Versorgung soll es den Patienten auch im Bereich der Ernährung möglich sein, gut versorgt zu werden. Im persönlichen Gespräch können Ernährungsfragen, die vor und nach den Behandlungen auftreten, geklärt werden. Außerdem ist es möglich auf spezielle Unverträglichkeiten einzugehen und die Speisen an die jeweiligen Bedürfnisse der Patienten anzupassen.
- Beratung zur gesunden Ernährung
- Übersicht gut verträglicher Lebensmittel unter Berücksichtigung der jeweiligen Ernährungssituation
- Speisenauswahl unter Berücksichtigung individueller Vorlieben und Unverträglichkeiten
- Anregungen für die Speiseplangestaltung nach dem Klinikaufenthalt
Unsere Kollegen des Sozialdienst ermitteln den Unterstützungsbedarf bei unseren Patienten, informieren über geeignete Hilfen und unterstützen sie bei Antragstellungen und gegebenenfalls bei der Vermittlung an weiterführende Dienste und Einrichtungen.
Ist eine Anschlussheilbehandlung vorgesehen? Ist eine Kurzzeitpflege im Pflegeheim oder eine Hospizunterbringung notwendig, oder reicht die Hilfe der Familie beziehungsweise Nachbarschaft beim Waschen, Einkauf, oder Kochen? Wäre „Essen auf Rädern“ oder der ambulante Pflegedienst eine Option? Wird eine Vorsorgevollmacht oder eine gesetzliche Betreuung benötigt? All dies kann mit dem Patienten und seinen Angehörigen besprochen werden.
- Beratung der Patienten sowie deren Angehörige in persönlichen, sozialen und wirtschaftlichen Angelegenheiten
- Vermittlung pflegerischer und hauswirtschaftlicher Versorgung wie z.B. Pflegedienst, Kurzzeitpflege, Hausnotruf, Essen auf Rädern u.Ä.
- Einleitung einer Anschlussheiltherapie (Reha)
- Anregung bei Bedarf einer gesetzlichen Betreuung
- Beratung im Rahmen des Schwerbehindertengesetzes
Der Umgang mit Prostatakrebs ist für viele Betroffene eine große Herausforderung – sowohl körperlich als auch emotional. Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Fragen zu stellen und Unterstützung von Menschen zu erhalten, die ähnliche Situationen erleben.
Die Treffen werden fachlich begleitet, sodass auch medizinische Fragen geklärt werden können. Ziel ist es, den Austausch zu fördern, Ängste zu reduzieren und Mut im Umgang mit der Erkrankung zu stärken.
Kreis Höxter:
Familienzentrum NRW
Helle 4
33034 Brakel
Termin: Jeden 1. Dienstag im Monat um 18 Uhr
Ihr Ansprechpartner
Günter Heyse
| Tel. | +49 (571) 69 41 04 15 |
| selbsthilfe-hoexter@paritaet-nrw.de |
Individuelle Therapie und Rundumversorgung
Auch wenn eine Operation beim Prostatakarzinom häufig ein wichtiger Bestandteil der Behandlung ist, stellt sie nicht immer die einzige Therapieoption dar. Je nach Tumorstadium und individueller Situation können vorab andere Maßnahmen sinnvoll sein: Eine Hormontherapie, eine Strahlentherapie oder eine Kombination aus beiden, um das Tumorwachstum gezielt zu bremsen und den Eingriff optimal vorzubereiten.
Durch diese unterstützenden Therapien kann in vielen Fällen eine schonendere Behandlung ermöglicht und wichtige Funktionen, wie die Kontinenz, besser erhalten werden. Unser interdisziplinäres Team erstellt dafür stets ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept, das den bestmöglichen Erhalt der Lebensqualität zum Ziel hat.
Bei der Operation setzen wir auf modernste, gewebeschonende Techniken. Die meisten Eingriffe können minimalinvasiv, also über die Schlüssellochtechnik, durchgeführt werden.
Darüber hinaus bieten wir roboterassistierte Eingriffe mit unserem Da Vinci an. Der Roboter ersetzt dabei nicht den Operateur, sondern unterstützt ihn als hochpräzises Instrument. Besonders in engen Operationsbereichen ermöglicht er eine exakte und schonende Durchführung, die die Sicherheit und Präzision der Operation erhöht.
Die Betreuung unserer Patienten im Prostatazentrum geht weit über die Diagnostik und operative Therapie hinaus. Unser Ziel ist eine umfassende Rundumversorgung. Dazu gehören eine individuelle urologische Beratung, eine spezialisierte Ernährungs- und Lebensstilberatung sowie die Unterstützung bei der Planung von Rehabilitationsmaßnahmen und der Organisation benötigter medizinischer Hilfsmittel. Ein erfahrenes Team aus Anästhesisten und Schmerztherapeuten gewährleistet zudem eine optimale Schmerztherapie.
Da Vinci OP-Roboter - der Chirurg mit den vier Armen
Viele allgemeinchirurgische Eingriffe im Bauchraum können auch roboter-assistiert erfolgen, dazu zählen beispielsweise die Behandlung eines Leistenbruchs, Mageneingriffe oder auch die Entfernung des Enddarms bei einer bösartigen Tumorerkrankung. Dabei ersetzt der Roboter keinesfalls den Operateur. Seine Aufgabe ist es, als Instrument zu assistieren, das durch seine sensible Bewegungsfreiheit vor allem in äußerst engen Räumen eine noch bessere Präzision ermöglicht.
Nutzen Sie regelmäßige Vorsorgeangebote
Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Männern, doch früh erkannt sehr gut behandelbar. Deshalb sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ab 45 Jahren besonders wichtig. Sind Prostatakarzinome bei Vater und/oder Bruder bekannt, sind diese Kontrollen bereits früher anzuraten. Die kurze, einfache Untersuchung kann Veränderungen erkennen, bevor Beschwerden auftreten, und bietet damit die besten Heilungschancen.