KI-gestützte Fusionsbiospie verbessert die Prostatakrebsdiagnostik
Neue Technologie im St. Ansgar Krankenhaus der KHWE
(von links): Juliane Gierke (Standortleitung St. Ansgar Krankenhaus), Dr. Michael Härtlein (Leitender Oberarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie), Dr. Saša Pokupić (Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie), Carolin Kuntze (Leitung Medizintechnik) und Simone Schlüter (Teamleitung Pflege).
29.07.2026
Höxter. Mehr Sicherheit, mehr Präzision und ein geringeres Infektionsrisiko: Mit einem neuen KI-gestützten Fusionsbiopsie-System verbessert das St. Ansgar Krankenhaus der KHWE die Diagnostik bei Verdacht auf Prostatakrebs. Die moderne Technologie ermöglicht es, verdächtige Veränderungen der Prostata noch gezielter zu untersuchen und Patienten eine schonendere und verlässlichere Diagnostik anzubieten.
Im Prostatazentrum arbeiten Spezialisten aus Urologie, Radiologie, Onkologie, Pathologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie eng zusammen. Mit dem neuen System wird diese fachübergreifende Zusammenarbeit nun um modernste Bildgebung und künstliche Intelligenz ergänzt.
Herzstück der Technologie ist die Verbindung hochauflösender MRT-Aufnahmen mit dreidimensionalen Ultraschallbildern. Die zuvor im MRT markierten verdächtigen Bereiche werden automatisch in das Biopsiesystem übernommen. Während der Untersuchung gleicht die künstliche Intelligenz selbst kleinste Bewegungen der Prostata in Echtzeit aus und unterstützt den Arzt dabei, die auffälligen Bereiche millimetergenau anzusteuern.
„Für unsere Patienten bedeutet die neue Technik vor allem eins: mehr Sicherheit“, erklärt Dr. Saša Pokupić, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie. „Wir können verdächtige Veränderungen noch zuverlässiger beurteilen und die Aussagekraft der Biopsie weiter erhöhen.“
Für die Patienten hat das einen konkreten Vorteil: Die Gewebeproben können gezielt entnommen werden. Dadurch sind weniger Einstiche erforderlich als bei herkömmlichen Verfahren, während gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit steigt, auch kleine oder schwer erkennbare Tumorherde zuverlässig nachzuweisen.
Ein weiterer wichtiger Vorteil ist der Zugangsweg. Die Biopsie erfolgt heute über den Damm statt über den Enddarm. Dieser transperineale Zugang gilt als besonders schonend und reduziert das Risiko für Infektionen erheblich. Außerdem werden sämtliche Gewebeproben dreidimensional dokumentiert und dauerhaft gespeichert. „Dadurch können wir bei späteren Kontrollen exakt nachvollziehen, welche Bereiche bereits untersucht wurden – eine verlässliche Grundlage für die weitere Behandlung“, so Dr. Pokupić.
„Die neue Technologie ersetzt nicht die Erfahrung des Arztes – sie ergänzt sie“, betont Dr. Saša Pokupić. „Sie hilft uns dabei, mögliche Fehlerquellen weiter zu reduzieren und unseren Patienten eine Diagnostik auf höchstem Niveau anzubieten.“