KHWE erneut als „Great Place to Work“ ausgezeichnet
Hospitalvereinigung ist einziger zertifizierter Arbeitgeber im Gesundheitswesen in OWL
Die KHWE ist erneut als ein „Great Place to Work“ zertifiziert worden (von links): Olga Dück (Teamleitung Pflege Onkologie und Geriatrie St. Ansgar Krankenhaus Höxter), Nadine Schmitz (Bereichsleitung Ambulante Altenhilfe), Christoph Anders (Pflegefachkraft Ambulante Caritas Pflegestationen und Kulturbotschafter), Timo Götz (Kaufmännischer Direktor), Dr. Dragan Jeremic (Chefarzt Klinik für Orthopädie St. Vincenz Hospital Brakel), Geschäftsführer Christian Jostes, Kerstin Mönnekes (Familiale Pflege und Kulturbotschafterin), Isabell Waschkies (Leitung Kommunikation und Christliche Identität), Marc Finke (Einrichtungsleitung St. Josef Seniorenhaus Bökendorf) und Karina Lavarino (KWE Service Objektleitung Reinigung).
30.10.2026
Kreis Höxter. Als einziger Arbeitgeber im Gesundheitswesen in Ostwestfalen-Lippe ist die Katholische Hospitalvereinigung Weser-Egge (KHWE) erneut als „Great Place to Work“ zertifiziert worden. Damit gehört sie wieder zu den fünf Prozent der besten Arbeitgeber ihrer Größenklasse in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft. Zwei Jahre nach der ersten Auszeichnung hat sich das Ergebnis weiter verbessert: 80 Prozent der Beschäftigten bewerten die KHWE als sehr guten Arbeitsplatz – zehn Prozentpunkte mehr als 2024. Die größten Fortschritte zeigen sich beim Führungsverhalten.
An der anonymen Befragung des weltweit tätigen Instituts „Great Place to Work“ beteiligten sich mehr als 2000 Mitarbeiter. Die Rücklaufquote stieg von 57 auf 65 Prozent.
„Zehn Prozentpunkte Verbesserung innerhalb von zwei Jahren sind ein starkes Ergebnis. Vor allem aber bestätigen uns die Rückmeldungen darin, dass sich unsere Arbeit an der Unternehmenskultur auszahlt“, sagt KHWE-Geschäftsführer Christian Jostes. Seit sieben Jahren arbeitet die Hospitalvereinigung daran, ihre Organisation und Führungskultur grundlegend weiterzuentwickeln. Die erneute Mitarbeiterbefragung war angesichts des wirtschaftlichen Drucks und der wachsenden Unzufriedenheit im Gesundheitswesen auch eine bewusste Entscheidung für Offenheit. „Wer seine Mitarbeiter nach ihrer Meinung fragt, muss bereit sein, auch kritische Antworten zu hören. Genau das wollen wir. Nur so können wir besser werden“, betont Jostes.
Seit 2019 entwickelt die KHWE ihre Unternehmenskultur auf Grundlage eines eigenen Managementmodells weiter. Dabei verbindet der größte Arbeitgeber im Kreis Höxter sein christliches Wertefundament mit einer modernen Unternehmensführung. Statt starrer Hierarchien setzt die KHWE auf flachere Strukturen, Eigenverantwortung und die Beteiligung der Mitarbeiter. Menschen sollen ihre Arbeit nicht nur erledigen, sondern aus eigener Überzeugung innerhalb der Dienstgemeinschaft Verantwortung übernehmen und mitgestalten können. Das KHWE-Managementmodell verbindet dafür Struktur, Führung und Kommunikation. Dazu gehören unter anderem eine neue Organisationsstruktur, eine intensive interne Kommunikation, gemeinsam mit Mitarbeitern entwickelte Führungsgrundsätze, regelmäßige Führungskräfteschulungen und Kulturgruppen in den Einrichtungen.
Nach der ersten Mitarbeiterbefragung 2024 wurden die Ergebnisse intensiv aufgearbeitet. Daraus entstanden 203 Maßnahmen, mit denen sich Führungskräfte, Mitarbeiter und Kulturgruppen an den verschiedenen Standorten seither beschäftigen. Eine besondere Rolle übernehmen dabei die Kulturbotschafter aus unterschiedlichen Berufsgruppen, Einrichtungen und Hierarchieebenen, die Anregungen und Kritik ihrer Kollegen aufnehmen und gemeinsam Verbesserungen entwickeln. „Unser Kulturprozess lebt davon, dass Mitarbeiter ihre Erfahrungen und Ideen einbringen. Wir wollen nicht über die Köpfe der Menschen hinweg entscheiden, sondern sie an der Entwicklung unseres Unternehmens beteiligen“, sagt Isabell Waschkies, die als Leiterin Kommunikation und Christliche Identität auch den Great Place to Work-Prozess der KHWE verantwortet.
Besonders deutlich wird die Entwicklung bei den Führungsfragen. Die Zustimmung ist gegenüber 2024 um bis zu 16 Prozentpunkte gestiegen. Mitarbeiter erleben ihre Vorgesetzten heute häufiger als wertschätzend, verlässlich und persönlich interessiert. Auch die Bewertung der Führungskräfte als Vorbilder für die Werte der Organisation wird deutlich positiver beantwortet. Christian Jostes: „Unsere Mitarbeiter haben selbst mitbestimmt, wie sie geführt werden möchten. An diesen Grundsätzen müssen sich unsere Führungskräfte messen lassen.“
Besonders erfreulich ist die Entwicklung am St. Ansgar Krankenhaus in Höxter. In dem größten Krankenhaus des Verbunds mit seinen zahlreichen Abteilungen und Berufsgruppen ist die Zustimmung zur Aussage, dass die KHWE ein guter Arbeitsplatz ist, um zwölf Prozentpunkte auf 66 Prozent gestiegen. Auch einzelne Stationen zeigen bemerkenswerte Fortschritte. In der onkologischen Pflege hat sich die Führungsbewertung seit 2024 um rund 59 Prozentpunkte verbessert. Die erst vor zwei Jahren neu etablierte Geriatrie erreicht sogar 100 Prozent Zustimmung bei der Frage nach einem guten Arbeitsplatz – ein starkes Ergebnis für eine noch junge Abteilung, die sich erst aufbauen und als Team zusammenfinden musste. Auch bei den ambulanten Caritas Pflegestationen fallen die Bewertungen positiv aus. Mehrere Teams erreichen bei den Führungsfragen Zustimmungswerte von mehr als 95 Prozent.
Ein besonderes Ergebnis erzielt das St. Josef Seniorenhaus in Bökendorf. Die kleinste Einrichtung der KHWE, mitten im Dorf gelegen, erreicht als einzige Einrichtung 100 Prozent Zustimmung bei der Frage, ob sie alles in allem ein guter Arbeitsplatz ist. Auch die KWE Service als Tochtergesellschaft der KHWE ist fest in den Kulturprozess eingebunden. Wie positiv die Mitarbeiter dort ihre Führung bewerten, zeigt die Reinigung am St. Josef Hospital in Bad Driburg: 88 Prozent der Befragten stellen ihren Vorgesetzten ein gutes Zeugnis aus.
Ein weiteres Beispiel ist die Klinik für Orthopädie am St. Vincenz Hospital in Brakel unter der Leitung von Chefarzt Dr. Dragan Jeremic. Bei einer Beteiligungsquote von 86 Prozent bezeichnen 92 Prozent der befragten Ärzte die Klinik als guten Arbeitsplatz. Das dortige Endoprothetikzentrum gehört zu den größten in Deutschland und ist das größte in Ostwestfalen-Lippe. Jährlich werden dort mehr als 1600 künstliche Gelenke eingesetzt. Die Klinik genießt überregional einen ausgezeichneten Ruf und erzielt sehr gute Ergebnisse bei der medizinischen Qualität und Patientenzufriedenheit. Für die KHWE besteht zwischen diesen Ergebnissen ein enger Zusammenhang.
„Gute Medizin braucht nicht nur fachliche Kompetenz und moderne Ausstattung. Sie braucht Menschen, die gerne zusammenarbeiten, Verantwortung übernehmen und sich mit ihrer Aufgabe identifizieren“, sagt Jostes. „Deshalb gehören für uns Mitarbeiterzufriedenheit, medizinische Qualität und Patientenzufriedenheit untrennbar zusammen. Die erneute Auszeichnung bestätigt uns darin, diesen Weg konsequent weiterzugehen.“