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KHWEKATHOLISCHE HOSPITALVEREINIGUNG WESER – EGGE

Klinikum Weser-EggeAkad. Lehrkrankenhaus der Universität Göttingen

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Zentren

 
 
 

Prostatazentrum

Patienteninformation

Prostataerkrankungen nehmen, auch bedingt durch den demographischen Wandel, in den letzten Jahren stetig zu. Männer ab dem 50. Lebensjahr entwickeln in knapp 30% eine gutartige Vergrößerung der Prostata und weisen in ca. 40% eine behandlungsbedürftige Symptomatik auf [Herner-LUTS-Studie]. Prostatakarzinome sind in Deutschland mit jährlich > 60.000 Neuerkrankungen die häufigste Krebserkrankung und mit über 10.000 Todesfällen die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache beim Mann. Die Prostatitis, die Entzündung der Prostata, kann äußerst unterschiedliche Verläufe aufweisen und kann deshalb nicht als einheitliches Krankheitsbild gesehen werden. Bereits Männer zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr weisen prostatitische Symptome auf.

Diese Zahlen belegen eindeutig, welch hohen Stellenwert Prostataerkrankungen einnehmen.
Durch die stetige Neu- und Weiterentwicklung diagnostischer und therapeutischer Verfahren ist zur Gewährleistung einer optimalen Patientenversorgung eine enge Kooperation verschiedener medizinischer Fachrichtungen und Leistungserbringer notwendig. Unser Prostatazentrum bietet modernste diagnostische und therapeutische Möglichkeiten, um auf der Basis einer – wo erforderlich – interdisziplinären Zusammenarbeit eine möglichst individuelle und damit optimale Behandlung von Prostataerkrankungen zu ermöglichen.

Unsere Behandlungsschwerpunkte im Prostatazentrum sind:

  • Prostatakarzinom
  • Gutartige (benigne) Prostatavergrößerung
  • Prostataentzündungen (Prostatitis)


Ziel des Prostatazentrums ist eine qualitativ hochwertige Versorgung von Prostatapatienten und insbesondere der Krebspatienten in Anlehnung an die organisatorischen und qualitativen Anforderungen des DVPZ (Dachverband der Prostatazentren e.V.). Das Prostatazentrum verfügt über ein nach DIN EN ISO 9001 zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem.
Prostatasprechstunde: Termine nach Vereinbarung

Sprechstundenzeiten:

Mittwoch: 8:20 – 12:20 Uhr und 13:45 – 15:15 Uhr
Freitag: 12:20 – 14.00 Uhr

Bitte bringen Sie alle Untersuchungsergebnisse (inklusive Bildmaterial) zum Zweitmei-nungsgespräch mit.

Die Prostata:
Die Prostata gehört zu den Geschlechtsorganen des Mannes. Sie wiegt ca. zwanzig Gramm, hat die Form einer Kastanie und wird von einer bindegewebigen Kapsel umschlossen. Sie liegt im kleinen Becken des Mannes vor der Harnblase (daher der Name Vorsteherdrüse) und umschließt den Teil der Harnröhre zwischen Schließmuskel und Harnblase. Sie bildet einen Teil der Samenflüssigkeit, die besonders für die Beweglichkeit der Spermien wichtig ist und die über Ausführungsgänge in die Harnröhre entleert wird.

Vernetzung

Durch die enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit aller für die Behandlung von Prostataerkrankungen relevanten Experten wie Urologen, Strahlentherapeuten, Pathologen und ggf. Onkologen wird erreicht, dass jeder Patient die für ihn optimale Therapie erhält. Der Urologe fungiert als Koordinator zwischen den einzelnen Fachdisziplinen. Drehscheibe der Behandlungsplanung beim Prostatakarzinom ist die interdisziplinäre Tumorkonferenz, in der in Abhängigkeit von den Lebensumständen und Wünschen des Patienten, die für ihn optimale Behandlung gemäß den Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften festgelegt wird.
Um eine optimale Betreuung zu gewährleisten, beziehen wir in unsere Behandlung bei Bedarf weitere Spezialisten ein:

  • Psychoonkologen
  • Palliativmediziner
  • Schmerztherapeuten
  • Onkologische Pflegefachkräfte
  • Physiotherapeuten
  • Sozialdienst
  • Seelsorge
  • Selbsthilfegruppen

Die enge Kooperation mit niedergelassenen Urologen und Hausärzten sichert eine umfassende, qualitativ hochwertige Betreuung. Regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen sorgen für das bestmögliche medizinische und pflegerische Niveau.

Leistungsspektrum

Unser Leistungsspektrum im Prostatazentrum umfasst die Diagnostik und Behandlung aller Prostataerkrankungen:

Gutartige Prostatavergrößerung und benignes Prostatasyndroms (BPS/BPE/BPO)

Diagnostik

  • Anamnese und körperliche Untersuchung
  • Einsatz von Fragebögen (z. B. IPSS, Miktionsprotokoll)
  • Labor- und Urinuntersuchungen
  • Sonographie (Nieren, Restharn, transrektale Prostatasonographie)
  • Funktionelle Untersuchungen (Uroflow, ggf. Urodynamik)
  • ggf. Röntgenuntersuchungen (z. B. Harnröhre)
  • ggf. Blasenspiegelung

Therapie

  • Medikamentöse Therapie
  • Transurethrale Prostataresektion (TUR-P)
  • Offene Prostataoperation (Adenomenukleation)

bösartige Veränderungen der Prostata (Prostatakrebs/Prostatakarzinom)

Diagnostik

  • Früherkennungsuntersuchung
  • Anamnese und körperliche Untersuchung
  • Einsatz von Fragebögen
  • Labor- und Urinuntersuchungen
  • Sonographie (Nieren, Restharn, transrektale Prostatasonographie)
  • ggf. funktionelle Untersuchungen (Uroflow, Urodynamik)
  • ggf. Röntgenuntersuchungen (z. B. Harnröhre)
  • ggf. Blasenspiegelung
  • Prostatabiopsie
  • Nachsorgeuntersuchung

Therapie

  • Radikale Prostatavesikulektomie (wenn möglich nervschonend) mit beidseitiger Entfernung der relevanten Lymphknoten
  • Äußere Bestrahlung (perkutane Radiatio)
  • Innere Bestrahlung (Brachytherapie „Seed-Therapie“)
  • Medikamentöse Behandlung (Hormontherapie und Chemotherapie)

entzündliche Erkrankungen der Prostata und chronisches Beckenschmerzsyndrom

Diagnostik

  • Anamnese und körperliche Untersuchung
  • Einsatz von Fragebögen (z. B. IPSS, Miktionsprotokoll)
  • Labor- und Urinuntersuchungen
  • Ejakulatanalyse
  • Sonographie (Nieren, Restharn, transrektale Prostatasonographie)
  • Funktionelle Untersuchungen (Uroflow, ggf. Urodynamik)
  • Ggf. Röntgenuntersuchungen (z. B. Harnröhre)
  • Ggf. Blasenspiegelung

Therapie

  • Medikamentöse Therapie (z. B. Antibiotika, funktionell wirksame Medikamente)
  • Operative Therapie (z. B. transurethrale Prostataresektion, transurethrale Abszesseröffnung)

Prostatakarzinom

Das Prostatakarzinom ist mit > 25% der häufigste bösartige Tumor des Mannes. Entscheidend für eine Heilung ist die frühzeitige Erkennung und Therapie. In Deutschland wird hierzu die Vorsorgeuntersuchung ab dem 45. Lebensjahr angeboten.

Therapeutisch stehen die operative Entfernung, die Strahlentherapie (perkutan von außen oder als Brachytherapie von innen) und die medikamentöse Therapie (z. B. Hormon- und Chemotherapie zur Verfügung). Die Heilungsaussichten sind im frühen Stadium der Erkrankung exzellent. Sowohl bei der Diagnose als auch im Rahmen der weiteren Überwachung des Behandlungserfolgs kommt der Bestimmung des PSA-Wertes im Blut eine entscheidende Bedeutung zu.

Was ist ein Prostatakarzinom?

Das Prostatakarzinom ist die bösartige Neubildung des Prostatadrüsengewebes. Es entsteht meist in der äußeren Region (Kapsel) der Drüse und kann bei der Vorsorgeuntersuchung vom Enddarm her oftmals getastet werden.

Im Frühstadium ohne Beschwerden kann der Tastbefund jedoch unauffällig sein, so dass der Vorsorgeuntersuchung mit Bestimmung des PSA-Wertes größte Bedeutung zukommt. Das unbehandelte Prostatakarzinom neigt dazu, über seine eigene begrenzende Kapsel hinauszuwachsen, sich entlang der Nervenfasern, über Lymphbahnen und –knoten sowie Gefäßen im Körper auszubreiten. Letztlich können sich Tochtergeschwüste (Metastasen) bilden, die bevorzugt das Knochensystem und die Lungen befallen.

Neben dem Ausbreitungsverhalten beeinflusst auch die feingewebliche Ausprägung (Differenzierung) des Prostatakarzinoms die Therapiewahl. 

Ist das Prostatakarzinom heilbar?

Entscheidend für den Heilungserfolg des Prostatakarzinoms ist die frühzeitige Erkennung und dann die vollständige Tumorelimination, sei es durch eine operative Entfernung oder die Zerstörung durch eine Strahlentherapie. Ist der Tumor auf die Prostata beschränkt, liegt die langfristige Heilungswahrscheinlichkeit bei etwa 90%, hat der Tumor die Kapsel durchbrochen bei etwa 50%. Der Tumor ist nicht mehr heilbar, wenn Absiedlungen in den Lymphknoten oder Organen vorliegen. Dennoch kann durch moderne Formen der Hormonbehandlung der Tumor noch mehrere Jahre am Wachstum gehindert werden. Auch bei Versagen der Hormonbehandlung steht heute eine Reihe von Optionen zur Verfügung, die eine gute Tumorkontrolle versprechen.

Früherkennung und Vorsorge

Da Symptome meist bereits Hinweis auf ein fortgeschrittenes Stadium sind, ist die frühzeitige Erkennung des Prostatakarzinoms vor dem Auftreten von Symptomen entscheidend für die Heilungsaussichten.

Insbesondere beim Prostatakarzinom ist die Früherkennung der wichtigste Baustein einer er-folgreichen Therapie. Nur lokalisierte oder lokal noch nicht weit fortgeschrittene Tumoren las-sen sich mit der Chance auf Heilung behandeln und bieten dem Patienten langfristig eine bessere Prognose als fortgeschrittene und im Körper verbreitete Tumoren.

Unsere Empfehlung zur Prostatavorsorgeuntersuchung entsprechend der „Interdiszi-plinären Leitlinie zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadi-en des Prostatakarzinoms (2011):

  • „Männer, die mindestens 40 Jahre alt sind und eine mutmaßliche Lebenserwartung von mehr als 10 Jahren haben, sollen über die Möglichkeit einer Früherkennung informiert werden.“
  • „Die Männer sollen über die Vor- und Nachteile der Früherkennungsmaßnahmen aufgeklärt werden, insbesondere über die Aussagekraft von positiven und negativen Testergebnissen, gegebenenfalls über erforderliche weitere Maßnahmen wie die Biopsie der Prostata sowie die Behandlungsoptionen und deren Risiken.“
  •  „Männern, die nach der Aufklärung eine Früherkennungsuntersuchung wünschen, soll die Bestimmung des PSA und eine digitale-rektale Untersuchung als Untersu-chungsmethoden empfohlen werden.“
  • „Ein PSA-Wert von < 2 ng/ml sollte in einem Intervall von 2 Jahren oder individuell in einem längeren Intervall kontrolliert werden. Bei darüberliegenden Werten (> 2 ng/ml) sollte ein Untersuchungsintervall von einem Jahr oder individuell auch kürzer einge-halten werden.“

Die Leitlinie kann nur als Anhaltspunkt verstanden werden, von der in Einzelfällen individuell (z. B. bei familiärer Belastung) abgewichen werden kann.

Empfohlene Untersuchungen bei der Vorsorge von Prostatakrebs sind u.a.:

  • Erhebung der Patientengeschichte (Anamnese): Beschwerden beim Urinieren, Blut im Urin oder im Ejakulat, Schmerzen in der Wirbelsäule usw.
  • rektale Untersuchung: Manuelles Ertasten der Prostata vom Enddarm aus gehört zu den wichtigsten Vorsorgeuntersuchungsmaßnahmen.
  • Blutuntersuchungen: Die Bestimmung des PSA-Werts (Prostataspezifisches Antigen) aus einer Blutprobe bildet eine der Hauptsäulen der Prostatakrebsvorsorge. Dieser Wert ist oft (aber nicht ausschließlich) bei Prostatakrebs erhöht und dient als Frühzeichen einer möglichen bösartigen Prostatageschwulst. Der PSA-Wert ist altersabhängig, von der Größe der Vorsteherdrüse und vor allem im Verlauf aussagekräftig. Regelmäßige Kontrollen sind dringend zu empfehlen.
  • Transrektale Ultraschalluntersuchung: Untersuchung der Prostata mittels Ultraschall vom Enddarm aus. Sie sollte zumindest bei der Erstuntersuchung erfolgen, um die Größe des Organs und Veränderungen des Prostatagewebes zu dokumentieren. 

Besteht in der Zusammenschau der Befunde der Verdacht auf einen bösartigen Tumor der Prostata, werden weitere diagnostische Maßnahmen erforderlich, um die Diagnose abzusichern und die optimale Behandlung zu planen.

Die Diagnosesicherung erfolgt durch die transrektale Entnahme von 10 bis 12 Gewebeproben aus der Prostata (Prostatabiopsien). Die Entnahme erfolgt sonographiegesteuert unter Sicht nach einem festgelegten Schema, das die größtmögliche Sicherheit der Erkennung eines bestehenden Prostatakarzinoms bietet.

Unsere Empfehlung zur Prostatabiopsie entsprechend der „Interdisziplinären Leitlinie zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostata-karzinoms (2011):

  •  „Vor der Entscheidung zur Biopsie soll der Patient in ausreichendem zeitlichem Abstand zu dem Eingriff über potenziellen Nutzen, Risiken und Konsequenzen einerProstatabiopsie ärztlich aufgeklärt werden.“
  • „Die Stanzbiopsie soll unter transrektal-sonographischer Kontrolle erfolgen.“
  •  „Bei der Stanzbiopsie sollen in der Regel 10- bis 12 Gewebezylinder entnommen werden.“

In abhängig von den vorliegenden Befunden sind weitere diagnostische Maßnahmen erforderlich (z. B.):

  • Röntgenaufnahmen der Lungen
  • CT des Bauchraumes
  • Knochenszintigraphie

Therapie des Prostatakarzinoms

Die Wahl des therapeutischen Verfahrens erfolgt in enger Abstimmung zwischen dem behandelnden Urologen und dem Patienten. Unter Berücksichtigung der vorliegenden Befunde, der individuellen Patientencharakteristika und der Patientenpräferenz werden alle Optionen angesprochen:

  •  1. „wait and see“ = Zuwarten, keine spezifischen Aktivitäten
  •  2. Surveillance = Keine Therapie, aber engmaschige Kontrollen
  •  3. Operative Entfernung
  •  4. Strahlentherapie (Patienten, die für eine Bestrahlung in Frage kommen, werden immer dem Strahlentherapeuten zur Beratung vorgestellt.)
  •  5. medikamentöse Therapie.

Operation (radikale Prostatovesikulektomie)

Im Frühstadium ist die radikale Entfernung der Prostata mit Entfernung der Lymphknoten im Becken eine wichtige Therapieoption. Die Operation wird üblicherweise mit einem Schnitt unterhalb des Nabels durchgeführt; wahlweise auch über einen Schnitt am Damm oder laparoskopisch bzw. robotisch (Schlüssellochchirurgie). Entscheidend für den Erfolg des operativen Eingriffs ist, dass der Tumor sicher auf die Prostata beschränkt ist und dass zum Operationszeitpunkt keine Tochtergeschwülste bestehen.

Die Vorteile der operativen Entfernung liegen in der sicheren Beurteilung des vorliegenden Stadiums. Dem Patienten können sichere Prognosen zu Heilungsaussichten etc. gemacht werden. Es kann sofort entschieden werden, ob eine zusätzliche Behandlung (z. B. Be-strahlung) erforderlich ist oder nicht. Ebenso kann die Nachsorge individuell gestaltet werden.

Externe Bestrahlung

Die Bestrahlung des Prostatakarzinoms setzt eine exakte Planung voraus, um die Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten. Durch CT-gesteuerte Berechnung gelingt es, die Belastung der Nachbarorgane auf ein Minimum zu beschränken. Je nach Krankheitsstadium können auch die Lymphabflusswege In das Bestrahglungsgebiet einbezogen werden. Die gesamte Strahlendosis wird auf etwa 40 Tage aufgeteilt, so dass sich die Therapie über etwa 8 Wochen erstreckt.

Brachytherapie mit Seed-Implantation

Zur Strahlentherapie von Prostatatumoren wird auch die sog. „Low-Dose-Brachytherapie“ (Seed-Therapie) durchgeführt. Kleine Strahlungsquellen mit niedriger Dosisleistung (sog. „Seeds“) werden ultraschallgesteuert in die Tumorherde der Prostata implantiert und die Tumorzellen durch die lokale Strahlungswirkung vernichtet.

Nebenwirkungen

Bei der operativen Prostataentfernung sind als typische Komplikationen die Harninkontinenz und der Verlust der sexuellen Potenz zu nennen. Dies liegt an der engen räumlichen Be-ziehung der Prostata zu den Nerven, die für die Erektion verantwortlich sind bzw. für den willkürlichen Schließmuskel der Blase. Harninkontinenz ist bei erfahrenen Operateuren selten. Als Hauptrisikofaktoren für die Harninkontinenz bzw. Impotenz sind ein lokal fortgeschrittener Tumor, vorbestehende Kontinenz- bzw. Erketionsprobleme sowie ein höheres Alter zu nennen.

Therapie im fortgeschrittenen Stadium

Hat sich der Tumor in umliegende Organe ausgebreitet oder liegen Absiedlungen in den Lymphknoten oder anderen Organen vor, ist eine Heilung nicht mehr möglich. Oft dauert es aber Jahre, bis lebensbedrohliche, durch den Krebs ausgelöste Beschwerden, auftreten. Da das Wachstum des Prostatakarzinoms von den männlichen Geschlechtshormonen (Androgenen) abhängt, setzt hier die hormonelle Therapie mit antiandrogenen Substanzen an, um das Auftreten von Symptomen zu verzögern.

Nachsorge

Nachbehandlung
Nach der Katheterentfernung steht zunächst die Wiedererlangung der Kontinenz im Vorder-grund. Bereits in der frühen postoperativen Phase wird eine entsprechende krankengymnastische Therapie eingeleitet. In der anschließenden stationären Rehabilitationsmaßnahme (Anschlussheilbehandlung - AHB) wird dies intensiv fortgesetzt. Unser Sozialdienst organi-siert für die Patienten die AHB, die innerhalb von 2 Wochen nach Entlassung angetreten werden muss.

Nachsorge
Die Häufigkeit der Nachsorge wird durch das vorliegende Stadium bestimmt.
Die Bestimmung des PSA-Wertes steht im Mittelpunkt der Nachsorge. Der PSA-Wert sollte nach der Entfernung der Prostata auf Null abfallen. Tritt dieser Abfall nicht ein oder findet sich im Verlauf ein messbarer PSA-Wert, muss von aktivem Tumorgewebe ausgegangen werden. In diesen Fällen ist eine weitere Diagnostik und ggf. die Einleitung einer Therapie erforderlich.

Leistungsspektrum bei Prostatakarzinom

Zusammen mit unseren Kooperationspartnern bieten wir folgendes Leistungspektrum an:

Diagnostik

  • Sonographie des Bauchraumes (insbes. Nieren und Harnblase); transrektaler Ultra-schall der Prostata
  • Prostatabiopsie unter transrektaler sonographischer Kontrolle
  • Endoskopie des oberen und unteren Harntraktes
  • Urologisches Röntgen
  • Computertomographie des Bauchraumes (alternativ Kernspintomographie)
  • Knochenszintigraphie
  • Konventionelle Röntgenuntersuchungen (z. B. Lunge)

Operative Therapie

  • Offene, retropubische radikale Entfernung der Prostata und der Beckenlymphknoten
  • Transurethrale Prostataresektion (z. B. palliativ bei fortgeschrittenen Tumoren)

Strahlentherapie

  • IMRT-Strahlentherapie der Prostata und ggf. der Lymphabflusswege
  • Seed-Implantation
  • Palliative Strahlentherapie von Metastasen

Medikamentöse Therapie

  • Hormontherapie
  • Ambulante und stationäre Chemotherapie
  • Spezielle Schmerztherapien

Pathologie

  • Feingewebliche mikroskopische Diagnostik einschließlich immunhistologischer Untersuchungen
  • Intraoperative Schnellschnittdiagnostik

Prostatavergrößerung

Die gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse (benigne Prostatahyperplasie) ist die häufigste Ursache von Störungen des Wasserlassens beim Mann und kommt bei cirka der Hälfte aller Männer über sechzig Jahre vor.

Die Lebensqualität der betroffenen Männer kann deutlich eingeschränkt sein und den frühzeitigen Beginn einer Behandlung rechtfertigen. Ein völliger Harnverhalt und die Beeinträchtigung der Nierenfunktion sind Notfallsituationen und zwingen umgehend zum Handeln.

Zur Behandlung gehören Medikamente und verschiedene Operationsverfahren. Durch die Entfernung des gutartigen Prostatagewebes wird die Abflussbehinderung beseitigt, um wie-der eine normale Entleerung der Harnblase zu ermöglichen und die Nieren vor Schaden zu bewahren.

Vergrößerung der Vorsteherdrüse

Die Ursache dieser gutartigen Neubildung der Prostata ist nicht völlig geklärt. Neben dem Altern wird den männlichen Geschlechtshormonen (Androgene) und ihrem Stoffwechsel ein Einfluss auf die Größenzunahme der Vorsteherdrüse zugeschrieben. Die Untersuchungen durch den Arzt haben unter anderem das Ziel, eine bösartige Veränderung des Prostatagewebes (Prostatakrebs) von der gutartigen Prostatavergrößerung abzugrenzen.

Je nach dem Entstehungsort entwickelt sich die Vergrößerung der Prostata zur Harnblase hin, zu den Seiten oder nach hinten zum Enddarm mit unterschiedlichen Auswirkungen. Das sich neu bildende, gutartige Gewebe der Prostata verdrängt das normale, bis es nur noch eine "Schale" am Rande ist. Die Orientierung der Neubildung hat neben der Größe maßgeblichen Einfluss auf das Ausmaß der Beschwerden beim Wasserlassen.

Folge der Vergrößerung ist die zunehmende Behinderung des normalen Wasserlassens mit einem Verbleib von Urin in der Harnblase als sog. "Restharn", der vom Arzt gemessen wird. Außerdem wird die Stärke des Harnstrahls mit der sogenannten Flussmessung bestimmt (Uroflowmetrie). Vor allem diese ist hilfreich bei der Entscheidung zur Behandlung. Zur Abgrenzung von Prostatkarzinom ist der PSA-Wert ein wichtiges Kriterium.

Krankheitszeichen

Die Prostatavergrößerung kann eine erhebliche Verminderung der Lebensqualität bedingen, mit dem Appell zum rechtzeitigen Aufsuchen eines Urologen.

Vor Beginn einer Behandlung ist es Aufgabe des Arztes, die Ursache der vom Patienten geschilderten Beschwerden im Patientengespräch, durch körperliche Untersuchung und mit speziellen Apparaten zu analysieren. Berichtete Krankheitssymptome und Begleiterscheinungen sind:

  • Reduzierter Urinstrahl
  • Tagsüber und besonders nachts Harndrang mit häufigem Wasserlassen
  • Gefühl der unvollständigen Entleerung der Harnblase
  • Vermeidung von Trinken, besonders abends
  • Ausrichtung des Tagesablauf nach der Verfügbarkeit von Toiletten
  • Blutiger Urin, verursacht durch geplatzte kleine Äderchen durch die Anstrengung beim Wasserlassen

Notfall: komplette Harnverhaltung

Der Patient hat einen ausgeprägten Drang Wasser zu lassen, verbunden mit Schmerzen im Unterbauch. Durch Pressen mit der Bauchmuskulatur oder Druck mit den Händen kann die Blase oft noch entleert werden. Trotz Schmerzen ist die Nierenfunktion bei diesem Zustandsbild meist noch nicht gestört. Dennoch handelt es sich um einen Notfall, bei dem sofort ein Arzt aufgesucht oder ein Notarzt gerufen werden muss. Letztlich kann der Harnverhalt solche Ausmaße erreichen, dass die Nieren Schaden nehmen. Ein plötzlicher Schüttelfrost kann eine "Blutvergiftung" des Körpers anzeigen, verursacht durch die Ausbreitung von Keimen aus dem Urin ins Blut.

Behandlung

Für die Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung kommen Medikamente, andere nichtoperative und operative Maßnahmen zum Einsatz. Bei wiederkehrenden Harnverhalten, Infekten in den Harnwegen, Prostatablutungen, Harnblasensteinen und Störung der Nierenfunktion ist eine operative Behandlung kaum vermeidbar. Im Einzelfall wird immer der persönliche Leidensdruck eines Patienten Richtschnur zur Behandlung sein. Immer wird im Gespräch mit dem Patienten die am besten geeignete Behandlung erörtert und abge-sprochen.

Medikamentöse Therapie

Bei der medikamentösen Therapie kommen heute alpha-Rezeptorenblocker zum Einsatz, die den Widerstand am Blasenausgang und der Prostatamuskulatur günstig beeinflussen und damit zu einer Verbesserung des Harnstrahls und der Harnblasenentleerung führen. Diese Medikamente sind insbesondere bei kleineren Drüsen (< 30 – 40 g) wirksam. Bei Drüsen > 40 g eignen sich eher Medikamente, die auf den Stoffwechsel der männlichen Geschlechtshormone wirken und zu einer gewissen Rückbildung der Prostatagröße führen (5-alpha-Reduktase-Hemmer). In neueren Studien verdichtet sich ein Trend zur Kombina-tionsbehandlung mit beiden Pharmaka.

Pflanzliche Medikamente (Phytotherapeutika) können ebenfalls zu Behandlung milder Symp-tome verwendet werden. Wenn auch kontrollierte Studien fehlen, gibt es dennoch Hinweise auf ihre Wirkung.

Neben dem erschwerten Wasserlassen leiden die Patienten oft auch unter einer Drangsymp-tomatik, die einen hohen Leidensdruck bedingt. Auch hier lässt sich medikamentös eine Besserung erreichen durch sog. Musakrinrezeptorenblocker. Unter dieser Therapie sind allerdings regelmäßige Restharnkontrollen erforderlich.

Operative Therapie

Die Indikation zur operativen Therapie wird gemeinsam vom Patienten und Urologen gestellt. Patienten, die medikamentös „austherapiert“ sind und unter ihren Symptomen leiden, sollten operiert werden, wenn der Leidensdruck zu groß wird. Unabhängig von den bestehenden Symptomen sollte, unabhängig vom Leidensdruck, bei Komplikationen zur Operation geraten werden. Hierzu zählen z. B. immer wieder auftretende Harnverhalte, Blutungen, Bildung von Blasensteinen, andauernde Restharnbildung mit Werten > 100 ml oder sogar Stauungen der Nieren.

Einzelheiten zur operativen Behandlung

Ziel aller operativen Verfahren, die bei der Prostatavergrößerung zum Einsatz kommen, ist die Entfernung des überschüssigen Prostatagewebes. Dies erfolgt heute meist endosko-pisch-minimalinvasiv durch die Harnröhre.

Transurethrale Postataresektion (TUR-P)

Unter Vollnarkose oder Rückenmarksbetäubung wird durch die Harnröhre der innere Anteil der Prostata (Innendrüse) ausgeschält, die Prostatakapsel verbleibt. Über 2 bis 3 Tage wird die Blase gespült.

Die TUR-P ist als „Goldstandard“ anzusehen. Der Hauptvorteil der TUR-P liegt in der Mög-lichkeit des Wasserlassens nach bereits 3 Tagen. Beste Behandlungsergebnisse und sehr gute Langzeitergebnisse liegen diesem Operationsverfahren zugrunde.

Mit einem stationären Krankenhausaufenthalt von bis zu 5 Tagen ist zu rechnen. Als störend wird hin und wieder die „trockene“ Ejakulation empfunden. Nach dem Eingriff kommt es regelhaft zur Entleerung des Samenergusses in die Harnblase, da der innere Schließmuskel im Bereich des Blasenhalses entfernt wird. Als Spätkomplikation können z. B. Verengungen der Harnröhre oder des Blasenhalses auftreten, in seltenen Fällen sind Nachresektionen bei nachgewachsenem Prostatagewebe erforderlich.

Offene Andenomenukleation

Die Entfernung der Prostata über einen Schnitt im Unterbauch wird bei großen Drüsenvolumina (> 100g) angewandt. Obwohl der operative Aufwand größer ist als bei der TUR-P, finden sich bei dieser Indikation hervorragende Ergebnisse bei geringen Komplikationsraten. Ein weiterer Vorteil ist in der Möglichkeit zu sehen, dass gleichzeitig vorliegende Erkran-kungen, wie z. B. Blasensteine oder Blasendivertikel (Ausstülpungen der Blasenmuskulatur) in gleicher Sitzung mitbehandelt werden können.

Andere Verfahren
Operationsverfahren wie z.B. die Entfernung der vergrößerten Prostata durch Laser oder die Verdampfung (Vaporisation) von Prostatagewebe, erfordern häufigere Eingriffe oder sind speziellen Situationen (z.B. Patienten die blutgerinnungshemmende Mittel einnehmen) vorbehalten.

Prostataentzündungen

Unter Prostatitis ist im engeren Sinne die Entzündung der Vorsteherdrüse (Prostata) zu verstehen. Prostataentzündungen sind vergleichsweise selten, führen jedoch häufig wegen ihrer lang anhaltenden Beschwerden zu einem schweren Leidensdruck.

In der Medizin versteht man unter „Prostatitis“ ein Syndrom aus verschiedenartigen Beschwerden im Urogenitalsystem sowie im Bereich des Beckenbodens und des Afters. Die Symptome lassen sich vielfach nicht kausal durch eine Entzündung der Prostata erklären und differentialdiagnostisch abgrenzen.

Symptome

Klinisch relevante Prostatitisverläufe sind durch Schmerzen gekennzeichnet. Deren Umfang und Intensität kann sich von Fall zu Fall unterscheiden. Bei chronischem Verlauf bestehen die Symptome dauernd oder mit zwischenzeitlicher Unterbrechung. Häufig berichtet werden:

  • Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen (Algurie)
  • Häufiger Harndrang (Pollakisurie)
  • Harnabflussstörung mit abgeschwächtem Harnstrahl
  • Schmerzen in der Penis-, Hoden-, Damm-, Anal-, Leisten-, Scham- sowie in der Lendengegend
  • Schmerzen während und insbesondere nach der Ejakulation

Falls Sie die beschriebenen Symptome bemerken, wenden Sie sich vertrauensvoll an einen Facharzt für Urologie oder das Prostatazentrum.

Diagnostik

Zur Basisdiagnostik gehören Anamneseerhebung, digital-rektale Abtastung (Palpation) der Prostata, Entzündungs- und Erregerlokalisation, Sonographie, Uroflowmetrie mit Restharn-messung zur Bestimmung funktioneller oder anatomischer Harnabflussstörungen und eine orientierend neurologische Untersuchung.

Behandlung

Die Behandlung der verschiedenen Prostatitisformen ist klassifikationsabhängig.

Akute Prostatitis: Hierbei handelt es sich um eine akute Infektion der Prostata, die von Fieber, Schüttelfrost und Harnverhalt begleitet sein kann. Hier erfolgt die Behandlung mit einem intravenös verabreichten Antibiotikum. Zusätzlich erfolgt die Einlage eine Bauchdeckenka-theters, um einen Eintritt des infizierten Urins in die Prostatagänge beim normalen Wasserlassen zu vermeiden. Bei sonographischem Nachweis eines Prostatabszesses, muss dieser transurethral eröffnet werden. Wichtig ist, dass die antibiotische Behandlung testgerecht über mindestens 3 bis 4 Wochen erfolgt, um eine erneute Infektion zu vermeiden. Liegen Entleerungsstörungen vor, sind diese zu beseitigen (medikamentös oder operativ).

Chronische bakterielle Prostatitis: Diese Form der Prostatitis wird durch immer wieder auftretende Schübe von Beschwerden bestimmt. Die Symptome sind meist schwächer ausgeprägt, können aber auch das Bild einer akuten Prostatitis aufweisen. Ursachen sind meist nicht ausreichend behandelte akute Prostatitiden oder persistierende funktionelle Störungen. Lassen sich letztere nachweisen, sind diese zu therapieren. Ansonsten steht die Antibiotika-therapie über mehrere Wochen im Vordergrund. Begleitend können entzündungshemmende Medikamente gegeben werden. Auf eine Stuhlregulation ist zu achten.

Abakterielle Prostatitis: Die abakterielle Prostatitis (chronisches Schmerzsyndrom des Beckens) ist die häufigste Form der Prostatitis. Symptomatische Unterschiede zur bakte-riellen Form bestehen nicht, außer dass sich keine relevanten Bakterien nachweisen lassen. Die Erklärungsmodelle sind vielfältig und reichen von einer Autoimmunstörung über eine neurogene Veränderungen bis zu einem myofaszialem Schmerzsyndrom. Eine langfristig hochwirksame Therapie ist leider nicht nachgewiesen. Es stehen jedoch Medikamente zur Verfügung, die bei bestimmten Unterformen begrenzte Wirksamkeit zeigen.
Kommt es unter dieser Therapie zu keiner Besserung, kann neben Physiotherapie und Psycho-somatik auch eine operative Therapie in Erwägung gezogen werden.

 

Leiter des Zentrums

Foto Dr. Knopf

Chefarzt
Dr. med. Hans-Jürgen Knopf

Facharzt für Urologie

Spezielle urologische Chirurgie Medikamentöse Tumortherapie Andrologie

 
 

Kontakt

Stephanie Sibbe
Mareike Dotzauer

Telefon: 05271 - 66 2505
Telefax: 05271- 66 25 09

Email: urosek.kha@khwe.de

St. Ansgar Krankenhaus
Brenkhäuser Str. 71
37671 Höxter