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KHWEKATHOLISCHE HOSPITALVEREINIGUNG WESER – EGGE

Klinikum Weser-EggeAkad. Lehrkrankenhaus der Universität Göttingen

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Presse / News

Normale Entwicklung trotz Asthma

08.06.2017

An der Kinderklinik gibt es zweimal pro Jahr Schulungen für Eltern betroffener Kinder

Höxter. Von der Volkskrankheit Asthma sind inzwischen zehn Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland betroffen. Die chronische Atemwegsentzündung ist nicht heilbar, aber mit der richtigen Behandlung lässt sich symptomfrei leben, sagt Firooz Ahmadi, Chefarzt der Kinderklinik am Klinikum Weser-Egge. Für die Eltern betroffener Kinder bietet er Schulungen an, die über Diagnostik und Therapie umfassend aufklären.

"Wichtiger Baustein einer modernen Behandlung ist Information. Eltern müssen über die Ursachen und Symptome der Krankheit Bescheid wissen und sich sicher fühlen, damit sie ihre Kinder gut durch den Alltag mit der Krankheit begleiten können. Sie müssen unsere Co-Therapeuten sein", erklärt Ahmadi, der im Laufe seiner 28-jährigen Berufstätigkeit als Kinderarzt bereits über 20.000 Kinder mit Asthma behandelt hat. 

Neben dem Angebot der speziellen Asthma-Sprechstunden, die individuell vereinbart werden können, geben Firooz Ahmadi und sein Team zwei mal pro Jahr Gruppen-Schulungen für Eltern betroffener Kinder. Wie entsteht Asthma? Wie kann es diagnostiziert und wie behandelt werden? Neben der medikamentösen Behandlung, die heute äußerst wirksam ist, stellen die Experten auch eine Reihe von ergänzenden Therapien vor, zum Beispiel Naturheilverfahren, Psycho- und Sporttherapie.

Neben der Theorie bekommen Eltern auch praktische Anleitung zum Umgang mit Spray, Diskus und Inhalator: Kinderkrankenpflegerin Diana Weber ist ausgebildete Asthma-Trainerin und demonstriert verschiedene Geräte. Nicht richtig angewendet geht nämlich viel der Wirkstoffe verloren - und die Kinder sind in ihrer Lungenfunktion eingeschränkt. "Unser Ziel ist es, dass sich Kinder mit der Diagnose Asthma körperlich wie psychisch ganz normal entwickeln können", sagt Ahmadi.

Die nächste Asthmaschulung findet im Herbst statt. Am 21. Juni bereits sind Eltern von Kindern mit Neurodermitis in das St. Ansgar Krankenhaus eingeladen. Dann bietet das Team der Kinderklinik einen Vortrag mit anschließender Hautpflegeberatung an.   


Interview mit Chefarzt Firooz Ahmadi zur Volkskrankheit Asthma

Herr Ahmadi, was weiß man heute über die Entstehung von Asthma?
Asthma ist eine chronische Atemwegsentzündung, charakterisiert durch eine bronchiale Überempfindlichkeit und eine variable Atemwegsverengung. Die Auslöser sind multifaktoriell, d.h. es gibt in der Regel mehrere Faktoren wie zum Beispiel genetische Veranlagung, Stress oder Umwelteinflüsse. Wir sind schätzungsweise von zehn Millionen Stoffen umgeben, die Körperreaktionen hervorrufen und im Fall von Asthma Symptome auslösen können.

Immer mehr Kinder sind betroffen. Heißt das, dass wir in einer zunehmend "giftigeren" Umwelt leben?

Ja, die Zahl der Schadstoffe nimmt zu. Gleichzeitig wird unsere Umwelt immer "sauberer". Es gibt inzwischen viele Studien dazu, dass unsere heutigen Hygienestandards Überempfindlichkeiten begünstigen.

Was passiert dann in den Bronchien?

Die Schleimhäute entzünden sich und schwellen an. Gleichzeitig bildet sich Sekret, wodurch sich die Atemwege zusätzlich verengen. Es kommt zu Husten und Kurzatmigkeit, das Ausatmen wird deutlich erschwert.

Wie sehen die Behandlungsmöglichkeiten heute aus?

Es gibt sehr gute Medikamente. Für die Akutbehandlung von Asthmaanfällen gibt es Wirkstoffe, die die Bronchien erweitern. In schwereren Fällen muss eine längere Behandlung mit dem entzündungshemmenden Kortison erfolgen. Diese Präparate wirken nur lokal an den Bronchien und haben kaum Nebenwirkungen. Damit ist quasi ein symptomfreies Leben möglich.

Was gibt es noch für ergänzende Therapie-Möglichkeiten?

Es gibt eine Reihe von Therapien, die positiven Einfluss haben, z. B. Psycho- oder Ordnungstherapie. Kinder mit Asthma haben oft eine innere Unruhe und brauchen deshalb klare Strukturen, Entspannung und Sicherheit. Gute Wirkungen erzielen auch Sport-, Klima- oder Wassertherapie. Daneben gibt es hilfreiche Naturheilverfahren wie die Phytotherapie: Pflanzen wie z. B. Spitzwegerich in Form von Tees eingenommen, wirken sehr gut als Schleimlöser. Kinder mit Asthma müssen überhaupt sehr viel trinken: Die Flüssigkeit hilft den Lungen beim Abtransport von Sekret.  

Ende Mai klärten Chefarzt Firooz Ahmadi und Asthma-Trainerin Diana Weber über die Atemwegserkrankung und deren Behandlung auf. Die nächste Asthma-Schulung findet im Herbst statt. Am 21. Juni informieren die Experten über die Hautkrankheit Neurodermitis. 

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Ende Mai klärten Chefarzt Firooz Ahmadi und Asthma-Trainerin Diana Weber über die Atemwegserkrankung und deren Behandlung auf. Die nächste Asthma-Schulung findet im Herbst statt. Am 21. Juni informieren die Experten über die Hautkrankheit Neurodermitis.